Wie die Familie Schneiter zu den "Blueme under de Böge" kam

Anfang der 50erJahre kam Otto Schneiter nach seiner Schreinerlehre auf Wanderschaft nach Zürich, wo er sich mit Gelegenheitsarbeiten durchschlug.

Als ihm ein Bekannter vorschlug, Kirschen in den Strassen Zürichs zu verkaufen, entdeckte Otto Schneiter seine Begabung und seine Begeisterung für den Verkauf und den Handel. Neben dem Verkauf von Kirschen begann er deshalb auch Rosen zu verkaufen, sei es in den Strassen, sei es am Abend in Restaurants und Bars von Zürich.

Sehr schnell stellte er aber fest, dass seine Lieferanten ihm wenig frische Ware und zudem noch zu überhöhten Preisen verkauften. So fuhr er eines Tages kurz entschlossen nach San Remo, um sich selbst mit Rosen einzudecken. Überrascht stellte er fest, dass grössere Mengen an Rosen nur kaum mehr kosteten, als die relativ kleine Menge, die er für sein eigenes Geschäft benötigte. So kaufte er kurz entschlossen eines Tages einen grösseren Posten frischer Rosen, die er mit Erfolg an Blumengeschäfte in Zürich verkaufen konnte.

Das Engrosgeschäft entwickelte sich prächtig. Neben Rosen verkaufte er mehr und mehr auch andere Blumen und immer mehr Blumengeschäfte wurden seine Stammkunden, unter anderen auch ein Blumenstand unter den Bögen am Limmatquai.

1959 konnte Otto Schneiter diesen Stand von seiner Vorgängerin übernehmen und hatte damit zum ersten Mal einen festen Verkaufsplatz, den er während Jahren erfolgreich neben seinem Grosshandel betrieb.

1969 trat sein Sohn Fritz, nach Abschluss seiner Verkaufslehre im väterlichen Geschäft ein, während sein Bruder ein Blumengeschäft an der Bahnhofstrasse übernahm.

Bereits ein Jahr später musste Otto Schneiter aus gesundheitlichen Gründen seine Tätigkeit drastisch reduzieren und übergab deshalb seinem Sohn Fritz den Blumenstand unter den Bögen und den Grosshandel. Einzig einen winzigen Teil seiner Aktivitäten behielt er noch jahrelang bei, den sonntäglichen Verkauf von Blumen vor dem Haupteingang des Kantonsspitals. Ältere Zürcherinnen und Zürcher werden sich daran erinnern.

Seit fast 50 Jahren arbeitet und führt Fritz Schneiter den Blumenstand unter den Bögen am Limmatquai mit Erfolg und für viele Bewohner dieser Stadt ist er eine Institution geworden, die sozusagen ‚schon immer' da war. Dass diese lange Zeit alles andere als selbstverständlich ist, zeigt schon allein der Umstand, dass von den ursprünglich zahlreichen Ständen nur noch Fritz’s „Blueme under de Böge“ übriggeblieben ist und hoffentlich noch lange dort sein wird.

 

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Mis zweite Wohnzimmer isch de Bluemestand